17.06.2021 17:00 Uhr | von Sybille Schmidt

Landesmeisterschaften der Damen und Herren

Tiziana Schomburg und Friedrich Klasen sind die neuen Meister

Tiziana Schomburg holte sich den Titel. Foto: Florian Petrow

Eine Mitfavoritin und ein absoluter Überraschungssieger: Tiziana Schomburg (DTV Hannover) und Friedrich Klasen (Hildesheimer TC RW) sind die Sieger der TNB-Meisterschaften der Damen und Herren.

Zwei glückliche Sieger nach einer absolut gelungenen Meisterschaft beim THC Lüneburg. Aber auch zwei spannende Geschichten. Gewonnen haben nämlich eine Juniorin und ein Landestrainer – unterschiedlicher könnte es nicht sein.

Bei den Damen lief tatsächlich alles wie geplant: Die besten Vier der Setzliste spielten sich standesgemäß und vor allem ungefährdet in die Halbfinals. Bis dahin gab keine Spielerin des Quartetts mit Shaline Pipa (TV Visbek), Tiziana Schomburg, Pia Kranholdt (beide DTV Hannover) und Josy Daems (TC Sparta 87 Nordhorn) auch nur einen Satz ab.

Und weiter ging es nach Plan: Die beiden Favoritinnen setzten sich auch in den Halbfinals ungefährdet durch: Pipa hielt Kranholdt mit 6:0, 6:4 in Schach, Schomburg ließ gegen die zwei Jahre jüngere Daems beim 6:1, 6.1 ebenfalls nichts anbrennen.

Das Finale war eine Neuauflage der Meisterschaften des Winters. Und wieder setzte sich mit der deutlich gereiften Tiziana Schomburg die Nummer zwei der Setzliste durch. Aus dem kleinen, zarten Mädchen mit Spielwitz und Kampfgeist hat sich inzwischen eine ernstzunehmende Spielerin entwickelt, die ihre Schnelligkeit mit Powertennis paaren kann und in den entscheidenden Augenblicken einen klaren Kopf behält. Mit 6:4, 6:1 war sie nach einem umkämpften ersten Satz im zweiten Durchgang in allen Belangen die dominierende Spielerin.

Herrenfinale mit spannender Hintergrundstory

War bei den Damen mit einem solchen Turnierverlauf zu rechnen, war in der Herren-Konkurrenz keiner der vier Topgesetzten am entscheidenden Tag noch dabei. Einige Außenseiter hatten das Tableau gründlich auf den Kopf gestellt. Allen voran Alexander Meyer (Oldenburger TeV), der seinen Schwung vom gewonnenen Preisgeldturnier in Hamburg in die Meisterschaften transportierte und den topgesetzten Nils Brinkmann (Lehrter TC) mit 6:2, 6:1 im Viertelfinale regelrecht vom Platz schoss. Gestoppt wurde er von Jannik Opitz, der nach Abschluss seines Studiums in Michigan seine Konkurrenz durch konsequentes Angriffstennis dominierte. Mit 6:4, 7:6 spielte er sich sicher ins Finale.

Dort traf er auf Friedrich Klasen – einem Spieler, den wohl niemand auf der Rechnung hatte. Der Landestrainer, der auch häufig für den DTB im Einsatz ist, begeisterte mit seinem durchdachten Tennis, setzte Slice und Stops ein, um das druckvolle Spiel seiner Kontrahenten auszugleichen. Damit brachte er den an Nummer zwei gesetzten Luis Lenz (Bremer TV) ebenso zur Verzweiflung, wie im Halbfinale Benjamin Schweizer aus dem neu formierten Team des Lehrter TV, der nach verlorenem ersten Satz aufgeben musste.

So kam es zu einem Duell zwischen einem Trainer und seines ehemaligen Schützling. Ein Duell auf Augenhöhe und spielerisch hohem Niveau, das folgerichtig im Match-Tiebreak entschieden wurde Völlig überraschend setzte sich Klasen mit seiner schachspielartigen Taktik und 6:4, 3:6, 10:5 durch.

„Wir hatten hier tolle Titelkämpfe mit einer fantastischen Beteiligung“, bilanzierte TNB-Vizepräsident Mannschafts-/Wettkampfsport, Jörg Kutkowski. Den Hunger der Spieler, wieder auf Turnierniveau agieren zu können, habe man deutlich an den Meldezahlen gemerkt.

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