09.06.2021 13:52 Uhr | von Sybille Schmidt

ITF Juniors International TennisBase Hannover Open

Amarissa Kiara Toth und Alejandro Manzanera Pertusa holen sich die Titel

Der Finaltag brachte beim HTV Hannover noch einmal spannendes und zum Teil absolut hochklassiges Tennis. So wie es sich für ein ITF-Juniors der Kategorie II gehört. Das Resultat: Die Sieger der „International TennisBase Hannover Open 2021“ heißen Amarissa Kiara Toth und Alejandro Manzanera Pertusa. Damit haben sich die Nummer drei und die Nummer sechs der Setzliste nach einer für Favoriten und avisierte Titelträger durchaus turbulente Turnierwoche durchgesetzt.

Im Finale der Juniorinnen sah es lange Zeit so aus, als würde die erst 14-jährige Tschechin Tereza Vanetova ihren Traumlauf fortsetzen. Als Nummer 250 der Jugend-Weltrangliste ungesetzt in das Turnier gestartet, wurde sie zu einem echten Favoritenschreck. Zuerst erwischte es Nicole Rivkin, die als Nummer vier der Setzung zum Favoritenkreis gehörte. Entsprechend souverän startete die 18-Jährige aus der TennisBase Hannover auch in das Match, führt 6:4 und 5:2, ehe sie den Faden verlor und das Spiel noch aus der Hand gab. Danach mussten sich auch Team Lukic aus dem Porsche Junior Team des DTB und die Nummer zwei des Feldes, die Russin Polina Iatcenko, dem tschechischen Talent geschlagen geben.

Im Finale führte Vanetova mit 6:3 und 4:0, als sie plötzlich ihrerseits vom richtigen Weg abkam. Die kleine Ungarin Amarissa Kiara Toth, die im Halbfinale die topgesetzte Hanne Vandewinkel deutlich mit 6:2, 6:2 düpiert hatte, holte mit ihrem sicheren Grundlinienspiel Punkt um Punkt auf und gewann plötzlich den zweiten Satz. Im dritten Durchgang hatte sich Vanetova von dem Schock erholt, führte 5:2 und hatte drei Matchbälle. Doch plötzlich erhöhte sich wieder die Fehlerquote und plötzlich jubelte Toth nach einem dramatischen 3:6, 7:5, 7:6. Danach flossen bei beiden Tränen, bei Toth schien eine Menge Druck abzufallen, Vanetova war schlichtweg untröstlich über die vergebenen Chancen.

Zweiter Titel für Alejandro Manzanera Pertusa

Auch bei den Junioren war das Turnier kein gutes Pflaster für die Favoriten. Das Finale bestreiten der an Nummer sechs gesetzte Spanier Alejandro Manzanera Pertusa und Liam Gavrielides. Der Deutsche nutzte damit seine vom DTB bereit gestellte Wildcard bestmöglich, er besiegte auf dem Weg ins Finale die an Nummer zwei und drei gesetzten Mitfavoriten, den Franzosen Mehdi Sadaoui und den Slovake Peter Benjamin Privara. Beide stehen auf der Junioren-Weltrangliste weit vor ihm.

Manzanera, der bei Erfolgscoach Ivan Navarro trainiert - zu seinen besten Zeiten selbst lange unter den Top 100 der ATP-Rangliste zuhause - wurde im Laufe des Turniers durch sein stabiles Auftreten zum Favoriten. Im Finale allerdings startete Gavrielides besser. Der sympathische Stuttgarter, der bei diesem Turnier von Philipp Petzschner betreut wurde, holte sich den ersten Satz mit 6:4. Doch dann drehte Manzanera auf, agierte immer druckvoller und riskanter. Mit 6:1, 6:3 sicherte er sich nicht nur den Turniersieg, sondern auch einen Platz unter den Top 35 der Junioren Weltrangliste. „Damit ist er sicher im Hauptfeld des Juniors Grand Slams in Wimbledon“, freute sich Navarro. Am Abend zuvor hatte es bereits den ersten Titel für seinen Schützling gegeben. An der Seite seines litauischen Trainingspartners Edas Butvilas siegte er in einem hochdramatische Doppelfinale gegen das deutsche Überraschungsduo Maximilian Homberg/Neo Niedner mit 2-6, 7-5, 14-12.

Im Doppel der Juniorinnen siegten Nikola Bartunkova/Celine Naef (CZE/SUI) gegen das deutsche Duo Tea Lukic/Laura Isabel Putz. Die unterlegenen Finalistinnen hatten sich im Halbfinale überraschend gegen die topgesetzte Kombination Nicole Rivkin/Hanne Vandewinkel mit 6:2, 3:6, 10:8 durchgesetzt.

„Wir haben hier schon richtig gutes Tennis gesehen, dafür hat sich der Aufwand gelohnt“, zog auch Turnierdirektor Julian Battmer ein positives Fazit. Mit seinem Team musste er ein umfängliches Hygienekonzept und zahlreiche Auflagen der International Tennis Federation (ITF) umsetzen. „Es war viel Arbeit, mein Dank geht auch an den HTV Hannover. Wir haben hier ein tolles Umfeld für Turniere dieser Art“, so Battmer.

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