Blindentennis

Auch mit Seheinschränkung kann man Tennis spielen. Sehende, sehbehinderte und blinde Spieler können antreten, auf einem verkleinerten Feld, mit einem rasselnden Ball und Linien, die mit den Füßen fühlbar sind.

Kategorien: Für Wettkämpfe werden blinde und partiell sehende Sportler von ausgebildeten Klassifizierern oder Ärzten der „International Blind Sports Federation“ beziehungsweise des nationalen Behindertensportverbandes in Kategorien eingeteilt. Gemessen werden dabei zum Beispiel unterschiedliche Stufen der Sehschärfe.
Grundsätzlich lassen sich drei Kategorien folgendermaßen einteilen und grob beschreiben:
B1: Vollblind
B2: Partiell sehend, wenig Sehrest 
B3: Partiell sehend, etwas mehr Sehrest als B2
Alle B1-Spieler müssen bei Wettkämpfen eine standardisierte paralympische Augenmaske tragen.

Tennisregeln: Es gelten die normierten Regeln der „International Tennis Federation“.
Zusätzlich: Das Vollieren ist verboten (bei einigen Turnieren wird diese Regel im Einverständnis der Spieler gelockert). Trifft ein Ball einen Spieler, ohne vorher den Boden berührt zu haben, innerhalb des Feldes, bekommt der Gegner den Punkt. Trifft ein Ball einen Spieler außerhalb des Feldes, bekommt der Spieler den Punkt.

Aufschlag: Um zu signalisieren, dass es „losgeht“, geht jedem Aufschlag die Phrase voraus:
Aufschläger: „Ready?“ („Fertig?“)
Rückschläger: „Yes!“ („Ja!“)
Aufschläger: „Play!“ („Los!“)

Auftrumpfen des Balles: Auch hier gibt es verschieden Regelungen.
B1 und B2: Der Ball darf bis zu drei Mal aufspringen, bis er retourniert wird.
B3: Der Ball darf bis zu zwei Mal aufspringen, bis er retourniert wird.
Dabei muss der erste Bodenkontakt im regulären Feld stattfinden.

Platz: Es kann theoretisch in einer normalen Turnhalle oder auf einem Sportplatz trainiert werden. Professionellere Bedingungen bietet allerdings ein echter Tennisplatz. Der Belag ist hier nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass das akustische Umfeld nicht allzu laut ist.
B1: Vollblinde Sportler spielen in einem Kleinfeld. Play&Stay „Stufe Rot“
B2 u. B3: Partiell sehende Spieler spielen im „Midcourt“ oder „3/4-Feld“.
Dieser entspricht der ITF-Play&Stay-Kampagne „Stufe orange“, wobei das Feld an den Außenlinien nicht schmaler gemacht wird.

Linien: Für blinde Tennisspieler müssen die das Feld nach außen und hinten begrenzenden Linien taktil erkennbar sein. Ebenso sollte der Mittelpunkt der Grundlinie gekennzeichnet werden. Das kann auf unterschiedliche Arten umgesetzt werden: Bewährt haben sich die Kombination einer Schnur, überklebt mit stabilem Tape, oder in einer Tennishalle mit Teppichboden, überklebt mit einer breiten Markierungslinie aus Klett.

Ball: Die speziellen, etwas größeren und weichen Blindentennisbälle mit klingelnden Metallstiften im Kern werden zurzeit ausschließlich in Japan hergestellt und vertrieben. Es gibt sie in einer gelben und einer schwarzen Variante; je nach farblicher Beschaffung des Umfeldes und Art der Seheinschränkung können Spieler den ein oder anderen Ball besser erkennen. Eine jährliche Sammel-Bestellung der Bälle wird vom ‚Tennis für Alle‘-Projekt der Gold-Kraemer-Stiftung organisiert.

Schläger: Im Training darf theoretisch jeder von der ITF genehmigte Schläger eingesetzt werden. Bei Wettkämpfen dürfen B1-Spieler mit maximal 23 Inch und B2-/B3-Spieler mit maximal 25 Inch-Schlägern spielen, was den Blindensportlern die Differenzierung des Verhältnisses Körper-Schläger-Treffpunkt-Ball erleichtert, das Spiel aufgrund geringerer Hebelverhältnisse allerdings auch etwas verlangsamt.

Kontakt:
Niklas Höfken | Tennis für Alle
Zentrum für Bewegung und Sport GmbH
Paul-R.-Kraemer-Allee 100, 50226 Frechen
Telefon: 0157-85965424
E-Mail: niklas.hoefken@gold-kraemer-stiftung.de

Ansprechpartner im TNB
Anthony Dittmar
Tel.: 05063 9087-26
E-Mail: anthony.dittmar@tnb-tennis.de

Die Informationen sind entnommen aus: Blindentennis-Informationspaket für Deutschland, Download unter www.tennis-fuer-alle.de